Meine Leidenschaft
für
Sprache, Literatur, Kultur, und Geschichte führte mich auf vielen Umwegen schließlich zu meinem Beruf als Lehrerin. Seit 1988 leite ich Seminare und Workshops in kreativem Schreiben und fraueneinschließendem, nichtrassistischem Sprachgebrauch. Im Frauenladen der Begegnungsstätte Austausch-Information-Zusammenarbeit
von Ausländerinnen und Nichtausländerinnen (AIZAN)
in Hamburg war ich zwischen 1991 und 1993 als Deutschlehrerin tätig und lernte dort Immigrantinnen aus vielen Ländern kennen und schätzen.
Nach meiner Immigration in die Vereinigten Staaten von Amerika studierte
ich Germanistik an der San Francisco State University und schloss mein
Studium 1998 mit Master of Arts ab.
An der University
of Minnesota in Minneapolis studierte ich Germanistik, mit Nebenfach
Feministische Studien, und beendete mein Studium mit einer interdisziplinären
Dissertation und dem Grad Doctor of Philosophy (Ph.D.) im Oktober 2005. Im Department of German, Scandinavian, and Dutch unterrichtete
ich insgesamt sieben Deutschkurse, von AnfängerInnen bis zu Fortgeschrittenen
(erstes bis drittes Studienjahr) und arbeitete im Women’s
Studies Department als Assistentin
in einem Frauenstudienkurs, in dem ich zwei Diskussionsgruppen leitete.
Während meiner Ausbildung nahm ich unter anderem an Seminaren über Lehrmethoden und an Workshops über behindertengerechte Lehrstrategien und die Integration von Technologie in den Fremdsprachenunterricht teil. Als Mitglied eines Teams konnte ich unterschiedliche Lehrmethoden studieren sowie meinen eigenen Lehrstil entwickeln. Durch gezielten Einsatz von verschiedenen Medien und technischen Unterrichtsmitteln (wie z. B. Computerdrills, Internetzresourcen, Audio- und Videokassetten, Filmen, und Datenbanken) schuf und modifizierte ich Lehr- und Prüfungsmaterial, was zur Vitalität des Deutschprogramms beitrug. In dem hochqualifizierten Team an der University of Minnesota lernte ich viel von und mit meinen KollegInnen und konnte daraufhin nach meiner Rückkehr in die San Francisco Bay Area bestärkt
meine eigene Unterrichtspraxis fortsetzen und an verschiedenen Institutionen
unterrichten.
Im Zentrum der
Lernprozesse stehen meiner Meinung nach die StudentInnen, deren Vorwissen und Lebenserfahrungen ich bewußt in den Deutschunterricht einbeziehe. Ich begreife den Klassenraum als einen Mikrokosmos, in dem die Vielfalt der Studierenden idealerweise einer Vielfalt an Lehrmethoden gegenübersteht. Durch spielerisches und abwechslungsreiches Lernen, das alle Sinne einschließt, spreche ich unterschiedliche Lernstärken an (z.B. akustische, optische, musikalische, zwischenmenschliche) und unterstütze
jede Studentin und jeden Studenten in ihrer bzw. seiner Einzigartigkeit.
Ein grundsätzlich kommunikativer, dialogischer Lehransatz, bereits auf dem Anfangsniveau, regt meiner Erfahrung nach das Interesse an einer neuen Sprache und Kultur entscheidend an. Dazu gehört die sinnvolle Nutzung von Technologien, seien es Sprach- und Computerprogramme, kommunikative Möglichkeiten (Diskussionen über Email, Gruppenlisten etc.), interaktive CDs, DVDs, und Resourcen im World Wide Web, die selbstverantwortliches Lernen unterstützen. Ich finde es wichtig, die vier traditionellen Modalitäten Hören, Lesen, Sprechen und Schreiben von Anfang an in den kulturellen und soziohistorischen Kontext der Zielsprache und –gesellschaft einzubinden und so viel wie möglich
mit Hilfe von aktuellem und authentischem Material zu vermitteln.
Im partnerschaftlichen
Dialog mit Studierenden und zwischen Studierenden kann sich durch reflektiertes
(Kennen-)Lernen der ethnischen, kulturellen, geschlechtlichen, sozioökonomischen, politischen, psychologischen und historischen Unterschiede eine Weltsicht entwickeln, die sich kritisch und kreativ mit verschiedenen Lebenserfahrungen und –anschauungen auseinandersetzt. Wenn der neue Spracherwerb eine Verbindung zwischen der eigenen und anderen Kultur herstellt, wird lebenslanges Lernen möglich, bei dem Respekt für
die Unterschiede jeder und jedes Lernenden eine zentrale Rolle spielt.